Freitag 01. März 2019

“a new way of unison”

Mit Jan Klare, Tim Isfort, Htun Oo, Ne Myo Aung

 

Nach den, vom Kultursekretariat NRW geförderten Projekten, „what is this melody“ und “burma bebop“, die sich mit der Begegnung verschiedener Musikkulturen (vornehmlich der Myanmars) befassten, ist „a new way of unison“ nochmals eine vertiefende Fokussierung auf die Melodik der burmesischen Musik.

Seit 2010 besteht inzwischen ein Kulturaustausch zwischen dem südostasiatischen Staat Myanmar und NRW / Deutschland / Europa. In dem bisherigen Dialog der beiden Kulturen haben sich seit 2010 mehr als 20 Musiker und Künstler (Zeichner, Cartoonisten und Videokünstler) aus Myanmar, Deutschland (in erster Linie aus NRW) sowie Frankreich, Italien, den Niederlanden, den USA, Chile und zuletzt China eingebracht und so einen inhaltlich bisher einzigartigen und in die Tiefe gehenden Brückenschlag vollzogen.

Projekte verschiedener Größenordnungen entstanden während dieses nunmehr über acht Jahre andauernden Prozesses.

Die Begegnung mit dem Musiker und Wissenschaftler Ney Myo Aung 2016 ermöglichte einen weiteren Quantensprung, da er die westliche und die burmesische Musik beherrscht und, fließend Englisch spricht, wodurch  Absprachen, Erklärungen deutlich einfacher wurden.

 

Eine der auffälligsten Eigenschaften der burmesischen Musik ist der Gebrauch von Melodie. Birmanische Melodien haben ein sehr eigenes Flavor – sie klingen für europäische Ohren ein wenig wie Kinderlieder, sind aber dann wieder überraschend fein.

Tim Isfort und Jan Klare haben in einem langen Prozess versucht, die burmesische Denk- und Spielweise zu verstehen und umzusetzen, zunächst durch Kopieren und Imitieren – immer jedoch auch mit einem starken Akzent auf der eigenen musikalischen Identität .

 

 

Die Musiker

Der “ney”- (birmanische Oboe) Spieler Htun Oo ist ein berühmter Musiker in seinem Land – schon sein Vater war ein sehr bekannter Virtuose auf dem selben Instrument und sein Bruder spielt klassische Oboe im burmesischen Staatsorchester. Er ist einer der 3 führenden Instrumentalisten in Myanmar und spielt auch diverse traditionelle Flöten.

 

2016 trafen Klare und Isfort zum ersten Mal Ne Myo Aung – er ist zwar noch recht jung, aber ein sehr angesehener Musikologe, der in den USA Musikwissenschaften studiert hat. Außerdem ist er ein exzellenter Pianist und Sänger, er kennt buchstäblich jedes burmesische Lied. Der burmesische Klavierstil unterscheidet sich signifikant von allen anderen auf der Welt, da er von Trommelkreis abgeleitet ist. Ne Myo ist bestens vertraut mit westlicher Musik, spricht fließend englisch und ist auch in der Lage kulturelle Differenzen zu übersetzen/vermitteln.

Jan Klare, Münster, arbeitet weltweit als Saxophonist und Komponist. Reisen außerhalb Europas als Dozent und Musiker in die USA, nach China, in diverse afrikanische Länder und nach Myanmar. Er wirkte auf zahlreichen CD-Produktionen sowie Radio- und TV-Produktionen mit, gewann mehrere Auszeichnungen und Preise und arbeitet regelmäßig mit einigen der wichtigsten Improvisatoren der europäischen Szene. Seit 2006 leitet er das 25-köpfige Ruhrgebietskollektiv „The Dorf“, seit 2012 gehört er zum inneren Kreis von „Myanmar meets Europe“.

 

Tim Isfort, Duisburg, arbeitet als Bassist, Komponist in verschiedensten musikalischen Bereichen. Mit seinem eigenen Orchester veröffentlichte er zwei CDs, schreibt Filmmusik, arbeitet als Theatermusiker, Kurator und Projektleiter für genreübergreifende Produktionen. Von 2009 bis 2011 leitete er das damalige Traumzeit-Festival in Duisburg. Als Mitbegründer ist er seit 2013 für das alternative Duisburger Platzhirsch-Festival aktiv. Er ist Initiator des seit 2010 bestehenden Kulturaustauschs mit Myanmar, weitere musikalische Projekte führten ihn in den Kongo und nach Weißrussland. Seit 2017 ist er künstlerische Leiter des renommierten Moers Festivals.

Beginn: 20:00h
Eintritt: 10€ Abendkasse
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